News aus der Stadtkirche


"Bochumer Nachtgebet"

Foto: Christian Schnaubelt
Foto: Christian Schnaubelt

"Bochumer Nachtgebet" setzte Zeichen der Solidarität der christlichen Kirchen mit der jüdischen Gemeinde Bochum

Nach den Schüssen in der Bochumer Innenstadt, bei denen auch die Bochumer Synagoge getroffen wurde, setzten die evangelische und die katholische Kirche in Bochum ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der jüdischen Gemeinde und organisieren eine Nachtwache unter der Überschrift „Bochumer Nachtgebet“.

Nach einem Auftaktgebet am Freitagabend (30. April) um 20 Uhr, an dem auch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch von der Stadt Bochum, Grigory Rabinovich von der Jüdischen Gemeinde Bochum und Polizeipräsident Jörg Lukat von der Polizei NRW Bochum teilnahmen, wurde bis zum Sonnenaufgang am Samstag eine Nachtwache mit stündlichen Gebeten an der Bochumer Synagoge abgehalten.

"Als ich von den Schüssen in unserer Stadt und auf die Synagoge gehört habe, “, sagt Superintendent Gerald Hagmann. „Ob die Schüsse politisch, religiös oder anders motiviert sind, im Fokus stehen die Jüdinnen und Juden: Männer, Frauen und Kinder, die jetzt natürlich sehr beunruhigt sind. In dieser Situation ist es uns wichtig zu zeigen, dass wir als Glaubensgemeinschaften in Bochum füreinander da sind.“

Anders als im Jahr 2019 nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle, als 10.000 Bürgerinnen und Bürger auf Initiative der christlichen Kirchen eine Menschenkette um die Bochumer Synagoge bildeten, sind aufgrund der Corona-Pandemie jetzt keine Versammlungen möglich. Aus diesem Grund übernehmen nun 30 Hauptamtliche der evangelischen und katholischen Kirche in Abstimmung mit der Polizei und der Stadt Bochum eine Nachtwache. Auf dem Vorplatz der Synagoge halten sie an einer entzündeten Kerze ein stündliches Nachtgebet für den Frieden von Sonnenuntergang am Freitagabend bis zum Sonnenaufgang und dem Gottesdienst der jüdischen Gemeinde am Schabbat.

„Mit dem Nachtgebet stellen wir uns an die Seite unserer jüdischen Geschwister“, erklärt Stadtdechant Michael Kemper von der kath. Stadtkirche Bochum + Wattenscheid. „Wir wachen bei ihnen, wir beten für sie und für unsere Stadt.“ Mit der Nachtwache wolle man auch allen Bochumerinnen und Bochumern signalisieren, es sei wichtig, wach zu bleiben, wenn sich Tendenzen regen, die die Religion oder Demokratie gefährden könnten.

Fotos: Christian Schnaubelt


"Bochum gedenkt" den Toten der Corona-Pandemie

Foto: Michael Kemper
Foto: Michael Kemper

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in unserer Stadt 190 Mitbürgerinnen und Mitbürger an bzw. mit Covid-19 gestorben. Durch die geltenden Kontaktbeschränkungen war es für sie, aber auch für viele andere im letzten Jahr verstorbene Menschen ein einsamer Tod. Angehörige, Freundinnen und Freunde konnten nicht bei ihnen sein, sie nicht begleiten und sich oftmals noch nicht einmal von ihnen verabschieden. Trauerfeiern fanden - wenn überhaupt - nur in engstem Familienkreis statt.

Mit dieser schmerzlichen Erfahrung wollen wir die Trauernden nicht allein lassen. Deshalb haben wir beschlossen,  an dem  vom  Bundespräsidenten initiierten nationalen Gedenktag auch in Bochum unserer verstorbenen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gedenken - auch jener, die nicht an oder mit Covid-19, pandemiebedingt jedoch ebenso einsam gestorben sind.

 

Wir glauben, dass ein gemeinsames Gedenken wichtig ist - für uns alle.
Deshalb fand das "Bochumer Gedenken" am Sonntag, 18. April als Livestream unter https://youtu.be/LM4xbuHOzXA auf dem YouTube-Kanal der Stadt Bochum statt.

Eine Trauerbeflaggung an allen städtischen Gebäuden hat das Gedenken an diesem Tag begleitt und ein Glockengeläut vieler Kirchen (17:25 Uhr für fünf Minuten) in ganz Bochum rief zur Teilnahme auf.

Michael Kemper Stadtdechant
Kath. Stadtkirche BO und WAT


Impuls zum Osterfest 2021:


„Bleib doch bei uns, es ist fast Abend“ – oder:
Willkommen in Emmaus

 

Sie haben das Ziel ihres Weges erreicht, die beiden Emmausjünger. Von Jerusalem, dem Ort der Trauer und des Erschreckens über den Tod ihres Herrn und Hoffnungsträgers und das Verschwinden seines Leichnams waren sie aufgebrochen nach Hause. Unerkannt war Jesus unterwegs hinzugekommen und hatte ihren inneren Weg – ihr Suchen und Fragen – begleitet. Das hatte ihr Herz erwärmt. In Emmaus angekommen weiß Jesus genau, was ihnen noch fehlt: das Erkennen, das Öffnen ihrer Augen. Aber Jesus tut, als wolle er weiterziehen. Er drängt sich nicht auf. Er will eingeladen, er will gefragt werden. Das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Art Jesu, in Beziehung zu treten: ich bin da, wenn du, wenn ihr mich braucht.

 

Sie begegnet uns auch an anderen Stellen in den Evangelien. Was für ein Zutrauen, selbst entdecken und äußern zu können, was ich brauche – wie beim blinden Bartimäus! Und was für eine Freiheit, IHN einzuladen oder weiterziehen zu lassen – oder mich selbst von ihm zu verabschieden – wie der reiche Jüngling!  „Bleib doch bei uns, es ist fast Abend und der Tag geht zu Ende!“ Auf diese Einladung hin tritt Jesus bei den Emmausjüngern ein und bleibt. Am Tisch gehen den beiden die Augen auf und sie erkennen Ihn beim Brotbrechen.

Trauer, Enttäuschung, Unsicherheit und Zweifel – das ist doch die Stimmungslage vieler Menschen in der gegenwärtigen Phase der Corona-Pandemie. Bei manchen macht sich Wut, bei vielen eine große Müdigkeit breit – wie es die Wortkreation „mütend“ auf den Punkt bringt. Diese Stimmungslage erleben viele Christen nicht nur angesichts der nicht enden wollenden Pandemie, sondern auch der Lage ihrer Kirche – besonders der katholischen. Als wenn der Missbrauchsskandal mit seiner zögerlichen Aufarbeitung und die verstörenden Äußerungen aus dem Vatikan nicht genug wären – es zermürbt viele zudem, dass jetzt so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten sind oder sich ernsthaft mit diesem Gedanken tragen.
 

Wo bleibt da der Auferstandene, der doch der Herr der Kirche ist? Ist er vielleicht schon … weitergezogen? Haben Sie, haben wir IHN eingeladen – zu uns, in unser Leben, in unser zu Hause, in unsere Kirche? Könnte es sein, dass der Auferstandene auch vor unseren Türen steht und wartet, dass wir IHM sagen, was wir brauchen, dass wir Ihn bitten zu bleiben – weil uns ohne ihn etwas Entscheidendes fehlt? EMMAUS – das ist die konkrete Begegnung mit Jesus im Kleinen, Persönlichen, Vertrauten. Es ist der Raum der Begegnung, die sich ergibt, wenn ich – wenn wir – Jesus einladen in unsere Mitte … bevor es Nacht wird.
 

Übrigens: von den Emmausjüngern heißt einer Kleopas. Den Namen des anderen wissen wir nicht. In der bildenden Kunst sind Gestalten ohne Gesicht immer eine Einladung, sich selbst in sie hineinzuversetzen. So gesehen ist für dich und für mich immer schon ein Platz an der Seite des Auferstandenen – auf dem Weg und bei Tisch.

 

WILLKOMMEN IN EMMAUS!


Ich wünsche Ihnen und euch eine persönliche Begegnung mit Jesus an diesem Osterfest.
 

Pastor Michael Kemper

 Stadtdechant

 


Informationen des Katholikenrates:


Stadtkirchenmagazin "kathja" - Ausgabe #2 - Februar 2021 erschienen



"Komm' in Berührung"

(Bochum, 17.02.2021) Die kath. Stadtkirche setzt ihr Medienprojekt ,,kathja" - das Katholische Magazin für Bochum + Wattenscheid - fort. Die Ausgabe 1-2021 hat das Schwerpunktthema „Komm‘ in Berührung“ und setzt sich mit der Corona-Pandemie, den Herausforderungen und Veränderungen in der Kirche und dem Stadtjubiläum 700 Jahre Bochum auseinander. Das Magazin liegt kostenlos in katholischen Gemeinden und Einrichtungen in Bochum + Wattenscheid aus.


Das Magazin „kathja" wird vom Katholikenrat Bochum + Wattenscheid unter Leitung des Vorsitzenden Lothar Gräfingholt - in Kooperation mit der Katholischen Stadtkirche Bochum + Wattenscheid unter Leitung von Stadtdechant Pastor Michael Kemper - herausgegeben.

In der Ausgabe 1-2021 sind neben dem Schwerpunktthema „Komm‘ in Berührung“ auch Gastbeiträge von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zum "Stadtjubiläum 700 Jahre Bochum" und von Superintendent Gerald Hagmann von der evangelischen Kirche in Bochum zum Thema "Ökumene" zu finden.

 

Das Magazin ,kathja' wird in den nächsten Tagen in katholischen Kirchen und Einrichtungen in Bochum und Wattenscheid kostenlos ausliegen. Dazu gehören neben Pfarreien, Gemeinden, der katholischen Familienbildungsstäte am Bergbaumuseum auch das „ITEM“ (früher Kirchenfoyer) in der Huestr. 15 in Bochum.


Download
kathja- Ausgabe #2 - 1.21
Schwerpunktthema: "Komm' in Berührung"
stadtkirchenmagazin_kathja_1_2021.pdf
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News aus Bochum + Wattenscheid


Der Ökumenische Stadtkirchentag

…ist ein Projekt der christlichen Kirchen in Bochum. Der Stadtkirchentag soll Christinnen und Christen aus der ganzen Stadt zusammenbringen und die Vielfalt des kirchlichen Lebens sichtbar machen. Wir wollen an diesem Tag ins Gespräch kommen: Mit kirchennahen und kirchenfernen Menschen, mit denen, die von der Kirche enttäuscht sind, mit Suchenden und Engagierten, mit Menschen aller Generationen, Konfessionen und Nationen.


Kirche ist ein bedeutsamer Teil unserer Stadt.

Deswegen feiern wir den 1. Ökumenischen Stadtkirchentag im Rahmen des Stadtpicknicks am 19. September 2021, als Abschluss der Festwoche zum 700-Jahre-Jubiläum der Stadt Bochum. Wir wollen als Kirche dabei sein, wenn Menschen in der Stadt zusammenkommen, miteinander essen und trinken, sich begegnen und kennenlernen und miteinander feiern. Denn wir sind überzeugt davon, dass die christliche Botschaft und unsere Themen und Werte relevant sind für alle Menschen in unserer Stadt.
Weitere Informationen gibt es auf der Website:
https://stadtkirchentag-bochum.de/.



Foto: BOGESTRA
Foto: BOGESTRA

Initiative: Glaube-Liebe-Bochum

Die katholische. Stadtkirche Bochum + Wattenscheid freut sich, dass die neue Initiative "Glaube Liebe Bochum", gestartet wurde.

Das Bündnis besteht aus Vertretern der evangelischen- und katholischen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und den Bochumer Moscheen. Das Logo, welches das Licht in den verschiedenen Religionen widerspiegelt, wurde im Rahmen des Ökumenischen Neujahrsempfangs der Öffentlichkeit vorgestellt und ziert nun auch eine BOGESTRA-Bahn.

 

Mehr dazu unter> RESPEKT FÜR BOCHUM