Wegbereiter der Freundschaft: 60 Jahre Partnerschaft Nivelles –Wattenscheid

Prälat Hermann Mikus

Als Prälat Hermann Mikus 1957 eine Predigt über die Patronin der Propstei-Gemeinde , die Heilige Gertrud von Brabant halten sollte, war er zunächst ziemlich ratlos. In Wattenscheid war so gut wie nichts über sie bekannt. 

 

Mit diesen Worten beschreibt Friedhelm Nunier den Beginn der Partnerschaft zwischen den St. Gertrud Pfarreien im belgischen Nivelles und in Wattenscheid. In diesem Jahr fand die Wallfahrt nun zum 60. Mal statt. Prälat Mikus hat wohl mit seiner damaligen Predigt den Anstoß zu diesen Wallfahrten gegeben. 

Mikus, der 1953 nach Wattenscheid kam und dort bis heute treu geblieben ist, war dementsprechend von Anfang an ein Motor der Partnerschaft. Er setzte vom ersten Tag an auf Versöhnung und Verständigung der Völker. Als er zum ersten Mal vor der Stiftkirche St. Gertrud in Nivelles stand, die deutsche Bomber im Mai 1940 zerstört hatten, war für ihn klar, mit seinen Mitteln alles zu tun, damit solche Schrecken sich nicht wiederholen.

Zahlreiche Ehrungen hat Hermann Mikus für sein Wirken  erhalten, darunter auch das Bundesverdienstkreuz. Er kann heute im hohen Alter von 97 Jahren auf viele Höhepunkte der Freundschaft zwischen Wattenscheid und Nivelles zurückblicken. So beispielsweise an das Jahr 1984 als die Kriegschäden an der Stiftkirche in Nivelles vollständig beseitigt waren.

Seit 63 Jahren ist Prälat Mikus jetzt Priester in Wattenscheid. Eine beeindruckende, eine segensreiche Zeit für den Prälaten aber auch für Wattenscheid.

Inzwischen weiß Hermann Mikus so viel über St. Gertrud von Brabant, über Nivelles und über die Freundschaft zwischen den Pfarreien wie kaum ein anderer. ■

Lothar Gräfingholt